Kapitel 5
Transparenz in der Lieferkette
Open Supply Hub
Die transparente Gestaltung von Lieferketten ist essenzieller Bestandteil auf dem Weg hin zu einer ökologischen, sozialen und korruptionsfreien Transformation der Textilindustrie. Unternehmen, die ihre Lieferketten umfassend kennen und verstehen, schaffen eine wesentliche Grundlage und Kernvoraussetzung für die Umsetzung ihrer unternehmerischen Sorgfaltspflichten. Denn es braucht transparente, öffentlich zugängliche und interoperable Lieferkettendaten, um Risiken wirksam identifizieren und adressieren zu können. Darüber hinaus eröffnen transparente Lieferketten Möglichkeiten für Kooperationen zwischen Unternehmen und die Nutzung von Synergien, was zu langfristigen Verbesserungen für Mensch und Umwelt in der Lieferkette beiträgt.
Seit 2020 kooperiert das Textilbündnis mit dem Open Supply Hub, einer Open-Source-Plattform, die Produktionsstätten aus verschiedenen Sektoren von unterschiedlichen Akteuren in einer zentralen, unabhängigen und öffentlich zugänglichen Datenbank zusammenführt.
Seitdem veröffentlicht das Bündnis jährlich auf der Plattform eine aggregierte Liste. Seit 2023 ist die Offenlegung der Tier-1-Lieferanten aller Mitgliedsunternehmen verpflichtend, ab 2025 wird die aggregierte Liste um die Tier-2-Lieferanten erweitert.
Im Jahr 2024 beinhaltete die Liste insgesamt 8107 Produktionsstätten von 61 Bündnisunternehmen.
- Produktionsstätten in 86 verschiedenen Ländern wurden erfasst
- 770 Betriebe haben Daten aus der tieferen Lieferkette offengelegt, die über Tier 1 hinaus gehen (im Vergleich zu 7 im Jahr 2023)
- 12 Unternehmen berichteten direkt an den Open Supply Hub
Die Liste trägt nicht nur zur Erhöhung der Transparenz in den Lieferketten bei, sondern dient auch als Grundlage für die Entwicklung gezielter Maßnahmen der Bündnismitglieder in den jeweils relevantesten Ländern. Auf Basis der erhobenen Daten können Projekte präzise ausgewählt, geplant und umgesetzt werden. In der sogenannten Incident list werden Vorfälle in Bekleidungsfabriken festgehalten und mit Hilfe der aggregierten Liste die Mitglieder informiert, die von den betroffenen Fabriken Waren beziehen. Darüber hinaus werden Synergien und Möglichkeiten der Zusammenarbeit aktiv genutzt: So arbeiten Fair Wear, Amfori und das Textilbündnis im Rahmen des sogenannten Collaboration Protocols bei schwerwiegenden Beschwerden eng zusammen, sofern Schnittmengen in den Lieferketten der jeweiligen Mitgliedsunternehmen bestehen.
Die volle aggregierte List finden Sie auf der Webseite des Textilbündnis: Lieferkettentransparenz – Bündnis für nachhaltige Textilien